Sonntag, 13. April 2014

Verschleppte Neugier



Die scheinlich sinnvolle Kantinenwirtin stellt den Fuß zwischen einen Stuhl. Sie hat eine bräunliche Klingel am Auge. Er tritt von einem Donnerwetter aufs andere, wobei man sagen muss, dass die sinnlich scheinvolle Kantinenwirtin hörbar goldene Füßchen am Schuh trägt. Es ist echt ein Talent SOS viel auszusprechen, weißt du? Ich bin darin hübsch unbegabt. Nicht keinmal schreiben ann ich, was ich denke. Es kommen dreiviertel vor unverständliche Gleichnisse nach, die aus der Falle betrachtet mein Verdrängen und Verzehren nach der Schlauheit sind. Im Schleier meiner schwebenden Fingerhüte finde ich zu dir. Wir fahren über blaue Augen zum Jugendstil. Also warum findest du Scheffel wichtiger als Meinung? Das Wasser, in dem wir schlittern scheint die Luft zu falten. Quark, überall verlorene Eimer und Girlanden. Jetzt spachteln die Fahrräder genussvoll am Nachthimmel. Sie haben es verdient, die braunen. Halb hier klingeln wir am Auge der kaputten Kantinenwirtin. Stuck oder Stunk? Sehr zu fettig pufft der Kopf.




Arbeit für den Fotoworkshop bei Prof. Bernhard Prinz und Markus Uhr

Montag, 10. Februar 2014

Brief abgeschickt...

Liebe Missy,

ich bin Diane Hillebrand, 20 Jahre alt und studiere an der Kunsthochschule Kassel Visuelle Kommunikation. Im Rahmen eines Workshops habe ich einen Artikel aus dem Missy Magazin aufgegriffen und Collagen dazu gemacht. Bis jetzt geht mir das Thema nicht aus dem Kopf und ich wollte euch sagen, was mich an eurem Artikel gestört hat.

Ich weiß, es ist schon ein Weilchen her, es geht um Jill Peters’ Fotostrecke „Sworn Virgins of Albania“ und das Interview, das Malte Göpel mit ihr führte, aus der Ausgabe 02/13.
Dieses Interview und auch die Fotos haben mir und meinen beiden besten Freundinnen zu sehr viel Diskussionsstoff verholfen. Eine meiner Freundinnen hat ein halbes Jahr in Tirana gelebt und ich habe sie besucht. Dieser Besuch und auch die Fahrt nach Shkodra hat in mir ein großes Interesse an der albanischen Kultur und Tradition geweckt.

Ich finde es so schlimm wie das Thema im Moment in den Medien besprochen wird und habe mich zuerst sehr gefreut, dass es auch bei Missy zur Diskussion kommt. Warum lasst auch ihr das Thema einfach so stehen? Ich dachte bei Missy würde die Thematik endlich mal kritisch betrachtet und genau recherchiert werden. Ich würde mich freuen, wenn ihr euch dem Thema nochmals annehmen würdet, denn so wie es jetzt da steht, ist es alles andere als feministisch!

Hier ist meine Meinung…



Mittelalterliche Tradition = Geschlechterwechsel, Frauenrecht, Emanzipation?

„Es gibt verschiedene Versionen des Kanuns. In der einen heißt es: Die Frau soll auf dem ehrbarsten Platz im Haus sitzen. Eine andere erlaubt es der Frau, über den Schwur, ein Mann zu werden, selbst zu entscheiden, auch dann, wenn die Bedingung dafür eigentlich nicht gegeben ist. Und die lautet: Es gibt keinen männlichen Nachfahren in der Familie. Das war oft auch eine Folge der Blutrache. Bis ins vergangene Jahrhundert hinein soll ein Drittel der männlichen Bevölkerung Albaniens der Blutrache zum Opfer gefallen sein.“ (stern, Ausgabe 14/2009).
Es geht also fast nie darum, dass sich die Frauen in ihrer Rolle unwohl oder unfrei fühlen, sondern vielmehr geht es darum, dass dem Klan ein männliches Oberhaupt fehlt und kein männlicher Nachfahre da ist. So werden sie - platt gesagt - das "Mittel zu Zweck". Um ihre individuellen Belange geht es nur in sehr seltenen Fällen. Sie tuen es für das Ansehen ihres Klans und müssen dafür Opfer bringen.

Zumeist wird die Tradition der Burrnesha als eine Chance dargestellt, die den Frauen die Freiheit gibt, ihr Geschlecht zu ändern und dabei aber in der Gesellschaft akzeptiert zu sein, da sie einer alten Tradition folgen. Jill Peters antwortet auf die Frage, ob es für die Burrnesha einen Platz in der modernen albanischen Gesellschaft gibt: „Die Lebensart der Burrnesha ist definitiv ausgestorben. Es gibt nur noch wenige, diese Tradition wird immer überflüssiger, je mehr Rechte sich die Frauen in der Gesellschaft erkämpfen. Frauen in Albanien haben heute das Recht, Besitz zu erben und selbst Geld zu verdienen, den Status eines Mannes einzunehmen. Meiner Meinung nach ist das gut, weil das Leben als Burrnesha mit großen Opfern verbunden ist, die die Frauen nun nicht mehr auf sich nehmen müssen.“ Vielleicht muss auch gesehen werden, dass Jill Peters über sie als Frauen redet, die durch ihren Schwur an Rechten "dazugewinnen". Doch genau durch diesen Schwur werden ihnen andere Rechte aberkannt. Hat eine Burrnesha also dann überhaupt an Rechten dazugewonnen?

Die Anthropologin Antonia Young, die über Burrnesha in Albanien geforscht hat, schreibt in ihrem Buch „Women who become men“, dass „der Rollenwechsel von Frau zu Mann weniger mit der individuellen als vielmehr mit der sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Situation zu tun hat. Nur ein Geschlechterwechsel ermöglicht einer Frau, Familienoberhaupt und rechtmäßiger Erbe zu werden.“ Sie wird zu Mann und erst wenn sie den Status eines Mannes angenommen hat und keusch ist, hat sie all diese Rechte. Die Frauen haben also dabei an keinem Recht dazugewonnen. Es gibt lediglich die Möglichkeit unter großen Opfern - der Aberkennung von Rechte - ein Mann zu werden. Dabei ist auch das Wort Möglichkeit wieder sehr positiv ausgedrückt. Nicht jede Frau kann einfach eine Burrnesha werden und auf manchen lastet ein großer Druck (durch den Klan und den Kanun), eine zu werden.
Aufgeklärt, feministisch ist das Ganze nicht. Die Tradition entstammt einem mittelalterlichen Benimmrecht. Das hat nichts mit Emanzipation und Frauenrecht zu tun und erst recht nichts mit Geschlechterwechsel, wie wir ihn verstehen. Sie werden immer noch mit dem weiblichen Pronomen angesprochen und haben einen Sitz im Rat, aber KEIN politisches Mitspracherecht. Dass Antonia Young auch das Wort "Geschlechterwechsel" benutzt, finde ich außerdem unpassend, es geht hier nur um einen gesellschaftlichen Status.


Die Burrnesha in der heutigen albanischen Gesellschaft

Es mag schon etwas wahres dran sein, wenn Jill Peters sagt „Es ist ein Paradox: Eine unverhohlene patriarchale Gesellschaft akzeptiert Frauen, die sich dazu entscheiden, ihr Geschlecht zu wechseln. Wobei das nichts mit sexueller Identität zu tun hat. Als WestlerInnen wollen wir ja immer alle als homo und hetero labeln, weil das in unserer Kultur die gängigsten Kategorien sind. Das Besondere an diesen Frauen ist aber, dass sie jenseits dieser Kategorien leben.“ Da kann ich mitgehen, dass man sie nicht in unser „Geschlechtersystem“ einordnen kann und sollte. Ich habe mich aber auch gefragt, warum man die Burrnesha jedoch immer noch als Frauen anspricht und das weibliche Pronomen benutzt. Kommt diese Art der Benutzung der Pronomen aus der albanischen Übersetzung? Oder ist es damit auch das gleiche: eine Einordnung in westliche Systeme ist nicht möglich? Dadurch wird nur noch deutlicher, dass es in der Tradition nicht um die Belange der Frauen selbst geht, sondern sie wird das "Mittel", um ihre Familie, der das männliche Oberhaupt fehlt, vor der Gesellschaft zu legitimieren. Sie nimmt nur den Status eines Mannes an, es ist kein Geschlechterwechsel. Ihr Status in der Familie und in der Gesellschaft ist nur ein repräsentativer. Sehr deutlich wird diese Situation daran, dass sie zwar einen Sitz im Rat hat, jedoch kein Stimmrecht.

Vor einiger Zeit habe ich ein Interviewvideo mit einer Burrnesha gesehen, die in Tirana, der Hauptstadt von Albanien, lebt. Sie sagt, dass sie in dem Café, in dem das Interview stattfindet, nicht draußen sitzen möchte, wo alle starren und so findet es in einer abgeschiedenen Ecke des Gastraumes statt. Sie erzählt, dass es ihre eigene Entscheidung war, Burrnesha zu werden. Sie wollte frei sein.

In einer Stadt wie Tirana stößt also diese alte albanische Tradition des Kanun mit der fortschrittlicheren Hauptstadt Albaniens in ihren Gegensätzen zusammen, in der auch Homosexualität ein totales Tabu ist.

Ich fand es jedenfalls ganz schön widersprüchlich, dass sich Burrnesha in einer Stadt wie Tirana vor abschätzigen Blicken fürchten müssen. Sie werden hier fälschlicherweise als Homosexuelle gesehen. In Albanien beginnt also vielleicht dieses falsche Einordnen. Dabei befolgen die Frauen doch nur eine alte Tradition ihres Landes. Man sollte auch vorsichtig damit sein, zu sagen, dass die Burrnesha angesehene Leute sind - wie auch Jill Peters es tut. Dies gilt für den Norden des Landes, doch wie das Video zeigt ist es nicht auf das ganze Land und auch nicht auf Tirana auszuweiten.



Sicher gibt es noch viel mehr Diskussionsstoff und Meinungen zu diesem Thema. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr das wenigstens nicht umkommentiert lasst, oder vielleicht sogar abdruckt? Ich weiß nicht ob das zu hoch gegriffen ist. Auf jeden Fall wollte ich euch das sagen und ich würde mich riesig darüber freuen, wenn ich von euch hören würde!

Diane Hillebrand

Samstag, 8. Februar 2014

Küken im Herbst





Live video by Animal Planet L!ve

Wie dum ist das denn!?!?! Wir haben gerade Tier-Livestreams geguckt und dann kommt sowas: Küken in idyllischer Herbstlandschaft. Wie süüüß... nicht. Die Landschaft ist ins Bild eingefügt und die Küken glitchen die ganze Zeit das Video.
Sowas nennt sich in den USA also artgerechte  Haltung. Aha. Wohl eher schlechte Inszenierung..

Mittwoch, 5. Februar 2014

Freitag, 31. Januar 2014

Dienstag, 21. Januar 2014

Ich und meine Gäng in Hämburg

!!! Inklusive exklusiver Profezeiung von Sebastian Gneiting !!!


Gestern war Filmpremiere, heute kann ich ihn euch schon zeigen: Arianna Walder Bingemers kleine Filmdoku über unseren Basisklassen-Trip nach Hamburg.
HEHEHE


Montag, 20. Januar 2014

*NEW*NEW*NEW*NEW*NEW*

Hallo Hallo!
Schaut mal: soeben habe ich mein erstes Patchwork Kissen fertiggemacht. Die Anleitung ist aus der neuen CUT und ich freu mich sehr!